Hannover, 8. Dezember 2011

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Programm zum Jahr der Kirchenmusik vorgestellt

Ein Pop-Oratorium, ein Chor in der Fußgängerzone, eine Orgel im Schwimmbad - die hannoversche Landeskirche feiert 2012 das "Jahr der Kirchenmusik". Dabei erinnert sie auch an Martin Luther, der die Musik eine "Regentin der Herzen" nannte.

Hannover (epd). Mit einem Pop-Oratorium, einem großen Musikfest und Konzerten mit Überraschungseffekt feiert die hannoversche Landeskirche 2012 das "Jahr der Kirchenmusik". Unter dem Motto "Gottesklang" werde die Vielfalt dessen präsentiert, was die größte evangelische Landeskirche in Deutschland musikalisch zu bieten habe, sagte Landesbischof Ralf Meister am Donnerstag in Hannover. Den Auftakt macht das Pop-Oratorium "Die zehn Gebote" von Michael Kunze und Dieter Falk am 29. Januar in der TUI-Arena Hannover.

Eingebettet ist das Programm in eine Kampagne der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die für das Reformationsjubiläum 2017 wirbt. Bundesweit sind dabei in einer Musikreihe unter dem Motto "366+1" Konzerte und Musikgottesdienste an jedem Tag des Schaltjahres an einem anderen Ort geplant. 35 davon finden im Mai und Juni in der hannoverschen Landeskirche statt.

Ein weiterer Höhepunkt ist den Angaben zufolge ein Musikfest am 9. Juni in Hildesheim mit einem Freiluftgottesdienst und einer Neubearbeitung des "Messias" von Georg Friedrich Händel (1685-1759) mit Jazz-Elementen. Posaunen- oder Gospelchöre treten im "Jahr der Kirchenmusik" unangekündigt etwa in Fußgängerzonen, im Schwimmbad oder auf einer Nordseefähre auf.

Der Reformator Martin Luther (1483-1546) habe die Musik eine Regentin der Herzen genannt, sagte Meister. "Musik geht weit über das hinaus, was man auch in höchster Beredsamkeit zur Sprache bringen kann." Sie vermittle Heimatgefühle und stifte Gemeinschaft. Johann Sebastian Bach habe zum Beispiel in seiner Musik biblische Schriften im evangelischen Geist ausgelegt, sagte der Bischof. "Mit der Musik von Bach erreicht man Menschen, mit etwas, was weit über die Sprache hinausgeht."

Im "Jahr der Kirchenmusik" werden aber auch moderne Töne angeschlagen. In der Reihe "Neuland" seien überraschende Aktionen im öffentlichen Raum geplant, sagte die Hildesheimer Landesposaunenwartin Silke Lindenschmidt. Unter anderem werde ein mobiler Glockenturm aufgebaut, dessen Geläut Passanten per Handy-Kurzmitteilung in Bewegung setzen können. Ein Chor trete etwa auf einer Fähre nach Norderney auf. "Das ist ein Vorgeschmack für ein Konzert am Abend."

In einem Buch sollen 20 neue Kirchenlieder veröffentlicht werden, sagte Oberlandeskirchenrat Klaus Grünwaldt. Die Texte und Melodien wurden bei einem Wettbewerb ausgewählt. "Daran haben sich Menschen aller Professionen beteiligt." Das "Jahr der Kirchenmusik" solle auch diejenigen würdigen, die jede Woche etwa in den Sonntagsgottesdiensten in den Dörfern die Orgel spielen. Sie sorgen laut Bischof Meister mit dafür, dass mehr als 50.000 Mal in Jahr Musik in den Kirchen der Landeskirche erklingt.

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